Wir trauern um unser langjähriges Mitglied und unseren ehemaligen Präsidenten Gerd Gunia

2015-01-13 11.24.51

 

Gerd Gunia war seit über 50 Jahren Mitglied in der Tennisabteilung und u.a. von 1975-1979 Präsident der TABB.  Der Nachruf von Gerd Raith

 

Gerd Gunia! Das ist in der Biographie unserer Tennisabteilung eine Marke, ein Qualitätsmerkmal, ein Name, der sich einen Platz geschaffen hat, nicht aufdringlich, auch nicht wichtigtuerisch, nein, einfach durch Präsenz und Wirkung.

Und deshalb geht es auch so zu Herzen, dass er plötzlich nicht mehr bei uns sein soll.

Gerd Gunia, der dynamische, der umtriebige, der seine Umgebung oft gefordert hat weil sich immer etwas bewegen musste, weil es vorwärts gehen musste.

Schon als er in die Abteilung eintrat, wurde er schnell sichtbar. Auf solche wie ihn hat man immer gewartet, weil mit ihnen alles ein wenig bunter wurde, lebhafter und auch interessanter.

Schnell gewann er Freunde, die durch seine Dynamik mitgenommen wurden und es war klar, dass er früh schon dabei war, wenn es darum ging, Neues zu wagen.

Mit Fritz Luksch hat er in frühen Siebzigern den Bau der Traglufthalle vorangetrieben. Dass es an Geld fehlte und man sich den VW Motor für die Belüftung nicht leisten konnte; was solls, wir versuchen es mit einem kleinen Ilo Zweitakter mit 360 ccm. Und es funktionierte, irgendwie.

Bald bekleidete er ein offizielles Amt, nämlich das des Sportwarts.

Der Turnierbetrieb war damals so etwas wie ein heterogenes System, das irgendwie funktionierte. Gerd brachte Struktur hinein, einen Hauch von gegliederter Organisation und sicht- und fühlbarer Unterstützung für die Mannschaften. Damit wuchs auch die sportliche Qualität und auch wenn er es selbst spielerisch nicht ganz nach oben schaffte, in einer der Turniermannschaften hat er immer gespielt.

So war es eigentlich logisch, dass er eines Tages Abteilungsleiter, heute würde man sagen Präsident, wurde. In seine Zeit fiel die Erweiterung der Tennishalle am Silberweg, er baute den dritten Platz und weil der Club etwas knapp an Mitteln war, fand er eine originelle Lösung mit dem Hauptverein. Jener nämlich finanzierte den dritten Platz und die Tennisabteilung konnte ihn nutzen.

Zu der in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern leidenschaftlich diskutierten Frage, ob die Tennisabteilung den Zimmerschlag bauen oder an der Stuttgarter Straße bleiben sollte, hatte er eine fundierte Meinung, die, wie auch der Verfasser dieser Zeilen glaubt, letztlich vernünftig war, weil sie ganz am Ende zu der Ideallösung führte, die der Substanz der Abteilung     am zuträglichsten war.

Vielleicht noch eine kleine Geschichte am Rande:

Es war Clubturnier und Gerd spielte gegen einen ungefähr gleich starken und auch recht prominenten Gegner. Er lag hinten, 4:6 und 1:4. Der Chronist saß als guter Freund beider Spieler auf der Bank und verfolgte das Spiel. Als beim 1:4 gewechselt wurde bemerkte er, dass der Gerd Irgendwie dafür bekannt sei, solche Spiele noch umzudrehen. Beide hörten das. Gerd gewann im dritten Satz mit 6 :1 oder so, weil  sein Gegner eigentlich keinen Ball mehr richtig traf. Der Chronist hatte dann ein etwas schlechtes Gewissen.

Lang hat er noch gespielt, eigentlich bis zum Ende seines turbulenten Lebens. Denn es darf gesagt werden, dass er auch im Beruf, dank seiner Motorik, seines steten Einsatzes und seiner fachlichen Qualitäten sehr erfolgreich war.

Nun hat er uns verlassen, nach einem übervollen Leben.

Wir wollen ihn in Erinnerung behalten und seiner Familie unser Mitgefühl sagen.

Gerhard Raith