Abteilungsleiter Torsten Kronshage im Gespräch.

Ohne das Ehrenamt ist ein Vereinsleben kaum denkbar. Egal ob Tennisclub oder Schachverein der Vorstand trägt nicht nur Verantwortung, sondern führt einen Verein auch in die Zukunft. In einem interessanten Gespräch mit unserem neuen Vorsitzenden des Vorstands, Torsten Kronshage, konnten wir erfahren welche Probleme die Corona Situation für Vereine mit sich bringt und welche Wege die TABB in Zukunft geht, um einer der attraktivsten Clubs im Südwesten zu bleiben. 

 TABB: Hallo Torsten, freut uns sehr, dass Du heute die Zeit gefunden hast uns zu einem kleinen Interview zur Verfügung zu stehen. Du hast im Juli von Frank Zweygart das Amt des Vorsitzenden im Vorstand der TABB übernommen. Was hat Dich dazu in einem doch für alle schwierigen Jahr bewogen?

Torsten: Als ich das erste Mal angesprochen wurde, ob ich mir vorstellen könnte die Rolle von Frank zu übernehmen, das war bereits in 2019, da war die Welt noch in Ordnung. Für mich war dann aber klar, dass ich zu meiner Zusage stehen werde. Ich bin schon seit über 25 Jahren Mitglied in der TABB und bin sehr begeistert, was die Verantwortlichen aus der TABB gemacht haben. Sie sind ein tolles Team und ich möchte gerne meinen Teil dazu beitragen, dass wir uns als Abteilung entsprechend weiterentwickeln.

 TABB: Die Corona-Pandemie stellt gerade auch für Sportvereine eine besondere Herausforderung dar. Wie ist aus Deiner Sicht die aktuelle Lage der TABB einzuschätzen? Welche wirtschaftlichen aber auch sportlichen Auswirkungen siehst Du durch die Krise?

Torsten: Ja das stimmt, die Herausforderungen sind wirklich besonders aber wir vertrauen darauf, dass wir diese mit unseren Mitgliedern gemeinsam durchstehen werden. Im Frühjahr haben wir schon eine große Welle an Solidarität gespürt, denn viele unserer Hallenabonnnenten hatten auf eine Rückerstattung ihrer Kosten verzichtet.
Wir hoffen natürlich auch auf eine Unterstützung der Regierung und sind optimistisch, dass der Sport dort auch entsprechendes Gewicht bekommen wird.
Was das Sportliche angeht hoffen ich natürlich, dass wir spätestens ab dem Frühjahr wieder regulär Tennis spielen können und auch die Verbandsspiele im Sommer wie gewohnt stattfinden wird.

TABB: In schwierigen Zeiten ist ein Blick in die Zukunft oft motivierend. Was möchtest Du bei der TABB in den nächsten Jahren erreichen bzw. wo siehst Du den größten Verbesserungsbedarf?

Torsten: Ich möchte erreichen, dass unsere Mitglieder gerne in der TABB sind, dass sie Spaß haben und sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen. Und natürlich wollen wir viele neue Mitglieder gewinnen.
Mit unserem Fast Learning Angebot haben wir hier auch schon erste Erfolge und ich bin sicher, dass wir da auf dem richtigen Weg sind. Wichtig ist mir, dass wir weiterhin auf sportliche Höchstleistungen setzen. Wir wollen auch in Zukunft eine sehr gute Jugendarbeit machen und wir wollen weiterhin in vielen Altersklassen auf hohem Niveau vertreten sein.
Ich möchte, dass sich die Mitglieder mit den Top Teams identifizieren und dass sie sie bei ihren Spielen unterstützen. Wir werden also mit Sicherheit keine „Söldnertruppe“ einkaufen, sondern weiterhin sinnvoll in den eigenen Nachwuchs investieren.
Ich denke, in dem was wir unseren Mitgliedern anbieten, können wir noch besser werden. So haben wir uns im Vorstand vorgenommen, ab dem nächsten Jahr mehr verschiedene Events anzubieten und diese auf unsere Website rechtzeitig zu publizieren. Da soll dann häufiger etwas auf der Anlage los sein, für das es sich lohnt dazu zu kommen.
Bestimmt fällt einige der Mitglieder dann auch etwas ein, das sie selbst für alle organisieren können.

TABB: Tennisvereine gibt es in der näheren Umgebung viele. Was macht die TABB aus Deiner Sicht zu einem ganz besonderen Tennis-Club?

Torsten: Zunächst einmal haben wir eine der schönsten Anlagen im ganzen Verband, zumindest habe ich bei meinen vielen Auswärtsspielen bisher noch keine Schönere gesehen.

Außerdem sind unsere Strukturen wirklich professionell gemanaged und wir investieren sinnvoll in unsere Zukunft. Wir haben ein TOP Trainer Team mit toller Kontinuität und investieren damit auch ganz bewusst in den eigenen Nachwuchs. Außerdem haben wir mit Jan Eble einen hauptamtlichen Geschäftsführer, der einen super Job macht und der einen großen Anteil an der positiven Entwicklung in den letzten Jahren hat.

 TABB: Deine berufliche Vita zeigt, dass Du für Kontinuität stehst. Du bist seit über 30 Jahren bei IBM tätig. Welche Funktion übernimmst Du hier aktuell? Was macht den Reiz dieses Unternehmens aus?

Torsten: Es hat mich 1983 aus Osnabrück nach Böblingen verschlagen, weil ich ein Duales Studium bei der IBM begonnen habe. In den vielen Jahren durfte ich viele verschiedene Fach- und Führungsaufgaben übernehmen, die seit 25 Jahren alle innerhalb des Personalbereichs lagen.
Der Reiz dieses Unternehmens war immer, dass man sich stets nach seinen eigenen Stärken und Neigungen weiterentwickeln konnte. So war eines meiner Karriere Highlights, dass ich mal für 1,5 Jahre mit meiner Familie in unserer europäischen Zentrale in Paris leben und arbeiten durfte.
Seit 2013 bin ich für die Ausbildung in der IBM in Deutschland verantwortlich und bin damit wieder dahin zurückgekommen, wo alles mal begonnen hat.

 TABB: Berufsbedingt bist Du also durchaus Stress gewohnt. Ist Tennis aus Deiner Sicht der beste Ausgleich zu einem anstrengenden Tag im Büro oder hast Du andere Hobbys die für Dich genauso wichtig sind?

Torsten: Tennis ist für mich vor allem im Sommer ein sehr guter Ausgleich. Darüber hinaus halte ich mich mit viel Sport fit. Ich radele jeden Morgen auf meinem Hometrainer und gehe regelmäßig ins Fitness Studio. Ansonsten gehe ich im Sommer gerne wandern und im Winter gerne Ski fahren.

 TABB: Du hast in Deiner Jugend viel Tischtennis gespielt und bist dann zum Tennis gewechselt. Was hat für Dich den Ausschlag gegeben die Sportart zu wechseln?

Torsten: Ich habe eine Weile beides parallel gemacht, musste dann aber irgendwann mit Tischtennis aufhören, weil ich nicht mehr gut genug laufen konnte. Parallel hat mein kleiner Sohn Mitte der 90er Tennis für sich entdeckt und das war dann auch für mich der Anlass, mehr Zeit beim Tennis zu verbringen.
Nachdem ich dann 2 künstliche Hüftgelenke hatte, konnte ich langsam wieder mit Tennis Doppel anfangen. Das wurde zum Glück immer besser sodass ich auch seit einigen Jahren auch wieder regelmäßig Einzel spielen kann.
Übrigens spielt mein „kleiner“ Sohn ab der kommenden Saison bei den Herren 30 und ich freue mich schon sehr darauf bei den Spielen des Teams zuzuschauen.

TABB: Über all die Jahre mit Turnieren und Verbandsspielen in diversen Mannschaften hast Du sicher viel auf den Tenniscourt erlebt. Lass uns doch an der lustigsten Geschichte teilhaben die Du je auf einem Tennisplatz erlebt hast. Was fällt Dir spontan ein?

Torsten: Ja, da gibt es in der Tat eine Situation die super lustig war und die ich niemals vergessen werde. Das war im Juli 2015, es war unser letztes Verbandsspiel in Gärtringen und es war auch noch zufällig mein Geburtstag. Wir hatten ungefähr Windstärke 10 und selbst halbwegs reguläres Tennis war nicht mehr möglich. Man musste in eine komplett andere Richtung schlagen damit der Ball dann doch mit viel Glück im gegnerischen Spielfeld ankam. Mein Einzelgegner und ich haben sehr viel gelacht, wobei ich noch ein bisschen mehr Spaß hatte als er, denn es gelang mir deutlich besser damit umzugehen als ihm. Auch der gemeinsame Abend mit unseren Gastgebern in ihrem Vereinsrestaurant war dann total nett und wir haben noch viel Spaß (und viel Ramazzotti) gehabt.

Torsten, vielen Dank für das nette Interview. Die TABB wünscht Dir alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft.