Richtig coole Woche beim French-Open-Champion

Der Eindruck täuscht nicht: Der erst zwölfjährige Nic Wiedenhorn (rechts) ist tatsächlich zwei Zentimeter größer als der frühere French-Open-Champion Juan-Carlos Ferrero Ein Bericht aus der Kreiszeitung Böblinger Bote

Nic Wiedenhorn von der TA SV Böblingen war in der Herbstferien für eine Woche zum Training in der Akademie des ehemaligen spanischen French-Open-Siegers und Weltranglistenersten Juan-Carlos Ferrero in der Nähe von Alicante.

Die KREISZEITUNG hat sich nach seiner Rückkehr mit dem Zwölfjährigen unterhalten.

Wie kam es zu dem Trainingsaufenthalt in der Akademie?
Den habe ich gewonnen. Das war der Preis für meinen Sieg beim Nationalen Jüngstenturnier im vergangenen Sommer in Detmold.

Und wie hat es Dir in Spanien gefallen?
Es war eine coole und anstrengende Woche. Ich hatte jeden Tag jeweils zwei Einheiten Tennis- und Konditionstraining – insgesamt fast sieben Stunden täglich. Wir hatten aber auch die Gelegenheit, beim ATP-Turnier in Valencia vorbeizuschauen, das zu der Zeit stattfand.

Bist Du denn auch Juan-Carlos Ferrero begegnet, dem Inhaber der Akademie und ehemaligen French-Open-Sieger?
Ja, mehrmals sogar. Der wohnt gleich nebenan und ist die ganze Woche über immer wieder in der Akademie gewesen, auch mit uns zusammen im Kraftraum. Ein sehr netter Typ. Außerdem habe ich Nicolas Almagro getroffen, der im Moment die Nummer 13 der Weltrangliste ist und dort trainiert.

Gibt es Unterschiede zwischen dem Training dort und hier in Deutschland?
Die Spieler dort haben eine andere Einstellung. Alle wollen Tennisprofi werden. Man trainiert mit maximal zwei Spielern pro Platz, teilweise sind sogar zwei Trainer dabei – Dreier- oder Vierergruppen gibt es eher selten. Zudem ist der Umfang natürlich höher. Für das Pensum, das ich dort in einer Woche hatte, brauche ich zu Hause drei Wochen, allein schon wegen der Schule. Das machen viele der Spieler dort schon mit 14 Jahren über eine Internetschule.

Wie sieht denn Dein Trainingsplan und Tagesablauf normalerweise aus?
Ich gehe ganz normal zur Schule ins Lise-Meitner-Gymnasium und trainiere je zweimal pro Woche im Verein bei Peter Zuleck und im Leistungszentrum des Württembergischen Tennis-Bundes in Stuttgart-Stammheim bei Michael Wennagel. Dort steht jeweils auch Konditionstraining auf dem Programm. Und dann kommen noch Turniere und Mannschaftsspiele dazu.

Während Du in Spanien warst, kam die neue deutsche Rangliste heraus. Du bist in Deinem Jahrgang in den vergangenen sechs Monaten von Platz acht auf drei geklettert. Welche Erfolge haben diesen Aufstieg bewirkt?
Zum einen habe ich in Detmold gewonnen. Dann bin ich baden-württembergischer Meister im Freien und württembergischer Hallenmeister geworden und war im Viertelfinale der deutschen Meisterschaften. Außerdem stand ich bei drei Turnieren der Tennis Europe Series je einmal im Finale, Halbfinale und Viertelfinale.

Die Saison hätte also nicht besser laufen können.
Na ja, ein wenig schon: Im Viertelfinale der deutschen Meisterschaften habe ich 5:7 im dritten Satz verloren – das war echt ärgerlich. Außerdem hätte ich gerne eines der drei Matches gegen Osman Torski, den deutschen Meister und Nummer eins der Rangliste, gewonnen. Aber daran arbeite ich. Alles in allem kann ich aber zufrieden sein.