Nils Muschiol kurz vor dem Ziel bei der DM Herren 30 gestoppt

Erschienen in der Kreiszeitung Böblinger Bote am 12.03.2015.

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BÖBLINGEN (tv). Bei seinem Debüt hatte Nils Muschiol (TA SV Böblingen) vor einem Jahr als Vizemeister seinen Einstand bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Jungsenioren gefeiert. Nun wiederholte der Böblinger Tennistrainer diesen Erfolg bei den Herren 30.

„Ich hatte mich damals im Finale verletzt, deshalb dachte ich mir, ich versuch’s nochmal“, berichtet Muschiol. „Man weiß nie, wer meldet, das ist wie eine Wundertüte“, urteilt er über das Starterfeld, das er als eher mittelmäßig einstufte. „Für mich war der Reiz vor allem, auf gute Spieler zu treffen“, so Muschiol über seine Motivation bei diesem (mit Ausnahme der Waldenbuch-Open) einzigen von ihm seit der vergangenen DM gespielten Turnier.

Nach drei entspannten Runden traf der auf Position sechs gesetzte Muschiol im Halbfinale auf Mick Deussen (TC Tübingen). Im Dezember 2011 standen sich die beiden das letzte Mal im Finale der Hallenbezirksmeisterschaften gegenüber, das Muschiol 2:6, 7:6, 7:6 gewann. Auch diesmal ging Deussen schnell in Führung (3:1), Muschiol bekam die Biege allerdings etwas früher hin und zog mit 6:3, 6:2 ins Endspiel ein. Dort spielte er gegen Christian Haupt (TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz), der bei den Herren unter den Top50 in Deutschland gelistet ist. Muschiol spielte einen perfekten ersten Satz (6:0) und lag im zweiten Durchgang 4:2 in Führung. „Dann ist mir in den Sinn gekommen, ich könnte gewinnen. Ich weiß, das sollte mir nicht passieren, aber als auch noch die Saiten meiner Schläger rissen und ich auf ein anderes Modell umstellen musste, hat das Spiel eine Wende genommen.“ Haupt nutzte die Chance – 0:6, 6:4, 6:2.

Kleiner Trost für Muschiol: Im Doppel an der Seite von Oliver Schwörer (TC Grötzingen) gewann er den Titel, wenngleich kampflos im Finale. Geschlagen hatte das baden-württembergische Duo zuvor die im Davis-Cup-Team der Herren35 spielenden Andrew Lux/Daniel Dolbea (TC Wuppertal-Elberfeld/TB Erlangen) 6:4, 6:4. „Das war eins der besten Doppel, das ich je gespielt habe“, freute sich Muschiol über diesen Coup. Einen dritten Anlauf auf den Titel im Einzel hat er im kommenden Jahr im Visier.