Neunte Waldenbuch Open: Nadine Kalweit gewinnt bei den Damen 40

KRZ-Artikel vom 29. Juli 2019

Die Würdigung seitens der Veranstalter gilt am Ende eines Tennisturniers stets den herausragenden Spielerinnen und Spielern. Zu denen zählte Nadine Kalweit von der TA SV Böblingen, die sich bei den neunten Waldenbuch Open im Endspiel der Damen 40 mit 6:2, 6:4 gegen Jessica Goebel (TC Esslingen) durchsetzte.

WALDENBUCH. In Waldenbuch konnten sich aber auch die Organisatoren über lobende Worte freuen. „Das ist ein tolles Turnier, macht weiter so!“, rief Michael Kocher, wie schon 2018 Sieger im Wettbewerb der Herren 50, bei der Siegerehrung dem Organisationsteam zu. Bernd Schorer konnte dem nur beipflichten: „Das Turnier ist sehr, sehr gut organisiert, die Betreuung und das Zeitmanagement sind hervorragend“, urteilte der 62-Jährige, der im Laufe seiner langen Tenniskarriere schon zahlreiche Turnier-Schauplätze kennengelernt hat.


Siegerehrung bei den Damen 40 (von links): Ursel Deinaß aus der Turnierleitung, Siegerin Nadine Kalweit von der TA SV Böblingen, die im Finale unterlegene Jessica Goebel und Ingrid Münnig-Gaedke, stellvertretende Bürgermeisterin von Waldenbuch Foto: Wolfgang Hoesch

Bei den Waldenbuch Open war Schorer zum ersten Mal am Start – und gewann auf Anhieb den Wettbewerb der Herren 60. „Die Hitze an den ersten Tagen war grenzwertig“, bilanzierte der Linkshänder, der das Glück hatte, dass seine Gegner im Viertel- und Halbfinale sich nicht dem Schlagabtausch mit dem in der deutschen Rangliste an Position sechs geführten Favoriten gestellt hatten. „Eigentlich möchte man natürlich spielen, um im Rhythmus zu bleiben“, kommentierte der Sportler vom TV Ostende in Hamburg den Leerlauf, in Anbetracht der hochsommerlichen Temperaturen kamen ihm die Pausen aber auch nicht gänzlich ungelegen. Das Endspiel gegen Harald Bauer (NHTC Nürnberg) hatte Schorer weitgehend unter Kontrolle, er siegte 6:4, 6:2.

Nach der Hitze machen Gewitter den Umzug in die Halle notwendig

Nach der Hitzewelle nahm heftiger Gewitterregen Einfluss auf den Turnierablauf. Am Halbfinal-Tag mussten deswegen acht Matches von den Freiplätzen in die Halle verlegt werden, wobei eines dieser Spiele nicht zustande kam: Regina Marsikova (TC Weiss-Rot Stuttgart) verzichtete auf die Fortsetzung ihres Duells mit Petra Biber-Lessig vom TC Waiblingen. Mit Rücksicht auf eine noch nicht vollständig auskurierte Verletzung wollte die ehemalige Doppel-Gewinnerin der French Open nicht auf dem schnelleren und weniger dämpfenden Hallenbelag spielen.

Ihr Abonnement auf den Turniersieg in Waldenbuch im Wettbewerb der Damen 50 konnte Regina Marsikova nach dem Rückzug nicht verlängern – das eröffnete Petra Biber-Lessig, aber auch deren Endspiel-Konkurrentin Sabrina Henrich (TC Blau-Weiß Weiher) eine neue Perspektive: Finalsieg statt Frusterlebnis stand plötzlich auf dem Programm. Petra Biber-Lessig hatte allerdings schon in ihrem Halbfinale gegen Regina Marsikova ihre gute Form demonstriert. „Mein Ziel war es, in jedem Satz wenigstens ein Spiel zu gewinnen“, beschrieb sie ihre Devise für das Duell mit der ehemaligen Weltklassespielerin. Beim Abbruch der Auseinandersetzung im Freien stand es indes 5:5 im ersten Satz – schon da war die Außenseiterin nicht chancenlos. Im Endspiel gegen die Vorjahresfinalistin Sabrina Henrich ließ sich Petra Biber-Lessig die Chance auf den Turniersieg dann nicht mehr entgehen, sie siegte 6:1, 6:1.

Anders als Sabrina Henrich hatte Steffen Maucher vom TC Sport Scheck München in Waldenbuch kein Déjà-vu-Erlebnis. Im Vorjahr hatte er das Endspiel der Herren 40 gegen Lokalmatador Thomas Nolte verloren, diesmal setzte er sich gegen den favorisierten Sven Schulz (TC Denzlingen, Nummer fünf der deutschen Rangliste) mit 5:7, 6:4 und 10:7 im Match-Tiebreak durch. „Mit den Verhältnissen bin ich besser zurechtgekommen als im vergangenen Jahr“, freute sich Maucher über den am Sonntag anfänglich vom Regen etwas aufgeweichten Untergrund, „dadurch konnte ich bei den flachen Bällen mit meiner Vorhand besser agieren.“ Außerdem setzte er seine auf Sandplätzen riskante Serve-and-volley-Strategie etwas dosierter ein als noch gegen Nolte, was letztlich von Erfolg gekrönt war.

Eine Klasse für sich war wie schon bei der Turnier-Ausgabe 2018 der aus Filderstadt stammende Michael Kocher (TC Bad Vilbel) in der Konkurrenz der Herren 50 (6:1, 6:1 im Finale gegen Uwe Kuballa vom TC Esslingen), und auch Barbara Scherer verteidigte ihren vor Jahresfrist gewonnenen Titel bei den Damen 60 mit Erfolg. Die Spielerin vom TC Esslingen besiegte im Endspiel Dagmar Keiser (HTC Bietigheim) mit 6:2, 6:2.

Die Aktiven der gastgebenden TA TSV Waldenbuch konnten diesmal in den Titelkampf nicht entscheidend eingreifen – lediglich im Mixed-Wettbewerb erreichte ein Waldenbucher Duo (Damaris Frank/Florian Fetzer) das Finale. In den Einzel-Konkurrenzen bedeutete für Franz-Peter Stümper (Herren 40), Axel Kolb (Herren 50), Uli Schmidt (Herren 55) und Bodo Knüppel (Herren 70) jeweils das Viertelfinale die Endstation.

Für Turnier-Organisator Volker Deinaß und sein Team bleibt das Zeitfenster derweil weit geöffnet: „Ich freue mich schon auf die zehnten Waldenbuch Open“, sprach Volker Deinaß das Schlusswort.