Gegen lauter Ex-Profis kein Kraut gewachsen – Damen 30 der TA SV Böblingen deutscher Vizemeister

Vizemeister 2015 Damen 30

Unser TABB Damen 30 Team mit Trainer Peter Zuleck. vlnr: Helena Vildova, Jasna Brnjakovic, Nadine Kalweit, Nicole Kirizoglou, Daniela Götz, Daniela Kleiner, Martina Tvrdon – es fehlen Dr. Isabell Willer, Dr. Saskia Biskup, und Elena Novello.

VON LARS LAUCKE – Erschienen in der Kreiszeitung Böblinger Bote am 10.09.2015.

Zum dritten Mal in Folge haben die Tennis-Damen 30 der TA SV Böblingen das Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft erreicht. Dass es nach Platz zwei vor zwei Jahren und dem Titel 2014 diesmal wieder „nur“ die Vizemeisterschaft wurde, war alles andere als ein Beinbruch, sondern im Vorfeld nicht anders zu erwarten. Dafür war Endrunden-Gastgeber TC Bredeney Essen, im vergangenen Jahr erst in die Regionalliga aufgestiegen, einfach zu stark besetzt.

Zunächst galt es aber für die Böblinger Damen, sich erst für das Endspiel zu qualifizieren. Im Halbfinale ging es gegen den Dauerrivalen der vergangenen zwei Jahre, den TC an der Schirnau aus Kaltenkirchen bei Hamburg. Da die Böblingerinnen ohne ihre Nummer zwei Isabell Willer antreten mussten, war man von der Papierform her der Außenseiter. Dennoch schaffte man dank zweier gewonnener Match-Tiebreaks von Martina Tvrdon und Daniela Kleiner ein 4:2 nach den Einzeln. Die zwei weiteren Punkte hatten Jasna Brnjakovic und Helena Vildova geholt. Doch in den Doppeln wurde es nochmal eng. Die beiden ersten Matches gingen glatt verloren, letztlich retteten Tvrdon/Vildova im Match-Tiebreak das 5:4.

Im Finale war eigentlich von vornherein klar, dass die Böblingerinnen chancenlos sein würden. Claudia Kardys an Nummer eins der Essenerinnen ist dieses Jahr erst 30 geworden und stand einst unter den Top 400 der Damen-Weltrangliste. Ihr folgte die Belgierin Caroline Maes, ehemals die Nummer 151 der Welt. Kristin Freye-Menzler, die Nummer drei des TC Bredeney, stand 1993 unter den Top 200, in ähnlichen Regionen befand sich seinerzeit die mittlerweile 43-jährige Rumänin Florentina Curpene, die seit rund 25 Jahren in Deutschland lebt. Und an Position fünf folgte Esther Rekasch, Ehefrau des früheren Böblinger Trainers Thorsten Rekasch. „Die haben sich eine Spitzenmannschaft aus lauter Ex-Profis zusammengekauft. Da hat ein Sponsor einiges an Geld in die Hand genommen, dagegen sind wir eine reine Amateurtruppe. Mit unserem Gesamtetat von 2000 Euro würden wir wahrscheinlich keine einzige der Top-Spielerinnen vom TC Bredeney bezahlen können. Hier in der Region findet sich für so eine Mannschaft kein Sponsor“, beschreibt TABB-Geschäftsführer Jan Eble die Kräfteverhältnisse.

Dementsprechend waren auch die Ergebnisse des Finales. Fünf Matsches gingen jeweils in zwei Sätzen an die Essenerinnen. „Wobei Martina Tvrdon beim 4:6, 4:6 gegen Curpene ein richtig gutes Match abgeliefert hat“, sagt Eble, der aber auch den anderen Böblingerinnen „sehr gute Leistungen“ bescheinigt. Nadine Kalweit schaffte im Match-Tiebreak gegen die angeschlagene Esther Rekasch sogar den Ehrenpunkt. Beim Stand von 1:5 nach den Einzeln wurde auf die Doppel verzichtet. „Die Mannschaft kann diese Vizemeisterschaft wirklich als Erfolg betrachten. Sie hat eine Top-Leistung gebracht und das Maximale herausgeholt. Gegen Bredeney war einfach nichts zu holen“, zog auch Cheftrainer Peter Zuleck ein absolut positives Fazit.