Endlich der erste Titel auf Sand – Nic Wiedenhorn ist Deutscher U16 Jugendmeister

Bericht Lars Laucke. Tennisspieler Nic Wiedenhorn von der TA SV Böblingen hat bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ludwigshafen den Einzeltitel in der U16 geholt. Nach zwei Siegen in der Halle war dies für den 16-Jährigen endlich der erste Einzeltitel auf Sand.

Dabei waren die Voraussetzungen zumindest auf dem Papier alles andere als gut. Aufgrund der Umstellung der Ranglistenberechnung durch den Deutschen Tennis Bund vor eineinhalb Jahren, die in etwa so durchdacht war wie ein durchschnittlicher Twitterpost von Donald Trump, steht Nic Wiedenhorn derzeit nur noch auf Platz elf seines Jahrgangs und war somit bei den Meisterschaften nicht gesetzt. Dadurch traf er bereits in der ersten Runde auf den Berliner Osman Torski, die Nummer eins der Rangliste. Gegen den hat Wiedenhorn aber seit der U12 nicht mehr verloren, und das änderte sich auch diesmal nicht. Mit 6:4, 6:1 schaltete der Böblinger den vermeintlichen Topfavoriten aus.

Nach einem 6:3, 6:4-Arbeitssieg gegen den Saarländer Lars Johann folgte das Duell gegen Lewie Lane aus Schleswig-Holstein, die Nummer sechs der Deutschen Rangliste und für viele der Geheimfavorit auf den Titel. Doch mit einem mehr als deutlichen 6:3, 6:0 war klar, dass der Geheimfavorit den Namen Wiedenhorn trug. Im Halbfinale stand der Böblinger dem an Nummer sieben gesetzten Berliner Nino Ehrenschneider gegenüber. In einer Partie, in der man beiden Spielern die Anspannung anmerkte, setzte sich Nic Wiedenhorn letztlich aber klar mit 6:3, 6:3 durch und stand damit im Finale.

Dort traf er auf Moritz Hoffman vom TC Weinheim. Den Badener, die Nummer zwei der Deutschen Rangliste, hatte er erst in der Vorwoche bei den baden-württembergischen U18-Meisterschaften glatt bezwungen. Bis zum 6:3, 3:1 sah es auch nach einem erneuten Zwei-Satz-Sieg aus. Doch Hoffmann kämpfte sich zurück und schaffte mit 6:4 den Ausgleich – es war für Nic Wiedenhorn der erste Satzverlust im Turnier. Und es sollte der letzte bleiben. Bereits bei 5:1 und 30:30 war der Böblinger nur zwei Punkte vom Sieg entfernt. Bei 5:2 hatte er seinen ersten Matchball. Doch erst beim 5:3 machte er den Sack zu und sicherte sich den Titel. Zudem hatte er an der Seite von Fynn Künkler das Halbfinale im Doppel erreicht. Dabei war Nic Wiedenhorn mit seiner Leistung während der Woche in Ludwigshafen noch nicht einmal so richtig zufrieden: “Ich habe auf der Rückhand fast nur Slice gespielt”, monierte er. “Der Aufschlag war gut, die Vorhand okay, und ich habe immer gut gefightet”, nannte die Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Interessant wird nun sein, ob die Bundestrainer Nic Wiedenhorn auch für die Jugend-Europameisterschaften nominieren oder sich doch mehr an der Deutschen Rangliste orientieren. Aber nachdem der Böblinger innerhalb von fünf Tagen die Nummern eins, zwei, sechs und sieben Deutschlands bezwungen hat, kommt man eigentlich nicht an ihm vorbei. Eine weitere Ehrung erfuhr Nic Wiedenhorn übrigens noch: Für sein stets faires und   freundliches Verhalten erhielt er die Fairness Trophäe.

Mit Kim Niethammer war in der U14 noch ein weiterer Böblinger in Ludwigshafen am Start. Im Einzel war er in der zweiten Runde gegen den späteren Halbfinalisten Fedor Richter aus Würzburg chancenlos. Im Doppel erreichte Niethammer dagegen an der Seite des Bayern Konstantin Südhoff das Finale. Erst hier Unterlagen die beiden dem Duo Max Rehberg/Mika Lipp (Bayern/Rheinland-Pfalz), die im Einzel das Finale unter sich ausgemacht hatten, mit 4:6, 5:7.