Eine Abteilung – drei Perspektiven

Ein Bericht aus der Kreiszeitung Böblinger Bote
Von Michael Schwartz

Manche Engagements entpuppen sich als Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ein ebensolches könnte die Verpflichtung von Jasna Brnjakovic als Vereinsmanagerin der Böblinger Tennisabteilung werden. Die 29-Jährige ist seit November im Amt und hat der TA BB bereits deutlich ihren Stempel aufgedrückt.

BÖBLINGEN. Die Entscheidung, Nachfolgerin von Jan Eble zu werden, fiel Jasna Brnjakovic leicht. Schon 1998 spielte sie für die Tennisdamen der SV Böblingen, kennt daher die meisten jetzigen Vorstände schon, seit sie 15 war. „Das Vertrauen ist schon sehr groß, wir können über alles sprechen“, sagt sie und muss schmunzeln, als sie sich an das ziemlich indirekte Angebot, den Job zu übernehmen, erinnert: „Vizepräsident Robert Andermann hat mich durch die Blume gefragt, ob ich jemanden kenne, der in Tübingen studiert hat und bei der TA Böblingen spielt.“ Was nicht auf besonders viele Personen zutrifft, wohl aber auf die 29-Jährige, die erst kürzlich ihr Sportmanagement-Studium an der Eberhard Karls Universität beendet hat. „Hier wird super Arbeit geleistet, die Infrastruktur ist toll und der Verein ist sehr mitgliederorientiert“, gibt sie weitere Gründe an, warum sie nicht lange nachgrübeln musste, nach der Uni in Böblingen aufzuschlagen.

Vier Jahre lang lernte sie die Aspekte des Sportmanagements kennen, besuchte Vorlesungen im Hauptfach Sportwissenschaften und im Nebenfach BWL. Ein Semester verbrachte sie beim Praktikum als Assistant Coach an einem College in Kalifornien, absolvierte zudem ein weiteres Praktikum beim Golfclub Schaichhof. Ursprünglich hatte Brnjakovic eine Ausbildung zur Industriekauffrau abgeschlossen, merkte aber nach einem Jahr im Beruf, „dass ich das nicht ein Leben lang machen will.“ Ganz anders beim Sportmanagement: „Das war das Goldrichtige und ich habe mich ziemlich schnell echt wohlgefühlt.“ Und weil der Tätigkeitsbereich bei der Böblinger Tennisabteilung genau die Bereiche abdeckte, die sie während ihres Studiums interessiert hatten, landete sie bei der SVB.

Ihre Aufgabe geht die neue Vereinsmanagerin hochmotiviert an. Bereits in den ersten zwei Monaten hat sie sich einige Projekte vorgenommen und diese teilweise auch gleich in die Tat umgesetzt. „Wenn, dann machen wir es schon richtig“, lacht sie selbstbewusst. Ein Beispiel ist die Website der Abteilung (http://www.ta-boeblingen.de), die Jasna Brnjakovic mit einem ganz neuen Konzept gestaltet hat und die zukünftig aktuelle Neuigkeiten vom Böblinger Tennis parat haben wird, um dynamischer zu wirken. Oder eine Umfrage zur Zufriedenheit der Mitglieder, die sie gleich für Anfang 2012 angepeilt hat. Als organisatorische Betreuerin der U12-Kinder möchte sie außerdem ein Maskottchen etablieren. "Ein Symbol für die Kinder hilft dabei, diese besser in den Verein zu integrieren“, glaubt sie.

Aktuell hat sie Lukas Winkelmann, Spieler der ersten Herrenmannschaft, damit beauftragt, drei Figuren zur Auswahl zu zeichnen. Wenn die Kleinen eine ausgewählt haben, folgt noch die Namensfindung. Dass die 29-Jährige ihren Elan in die Tat umsetzen kann, liegt vor allem an der Unterstützung aus dem Vorstand. „Alle stehen hinter mir und geben mir die nötigen Freiheiten. Natürlich hat man bei einem solchen Posten auch reguläre Aufgaben abseits der außerordentlichen Projekte zu erledigen. Dazu gehören unter anderem die Koordinierung des Online-Buchungssystems für die Hallenplätze und die Buchhaltung. Auch eine Art Personalführung – „aber alles rein kollegial und ohne große Hierarchien“ – ist Bestandteil der Arbeit. Und
nebenbei fungiert sie auch noch als Trainerin bei den Sieben- bis Zwölfjährigen und ist aktive Spielerin. Letzteres sogar äußerst erfolgreich.

Auch als Spielerin hängt sie sich für die Abteilung richtig rein

Mit der ersten Damenmannschaft der SVB schaffte sie als etatmäßige Nummer eins den Aufstieg in die Württembergliga und will auch in der neuen Runde wieder dabei sein. Auch individuell läuft es bestens, Anfang November sicherte sie sich den Titel der Hallenbezirksmeisterin. "Eigentlich wollte ich mir dort ja nur mal ein Bild davon machen, wie die anderen aus unserer Abteilung spielen und hatte gar nicht viel trainiert“, erzählt sie bescheiden, "und dann kam es halt, dass ich gewonnen habe.“

Verwaltung, Spielerin und Trainerin – Jasna Brnjakovic kennt den Verein aus drei Perspektiven. "Davon habe ich profitiert, weil ich so schneller eingelernt war", ist sie sich sicher, dass ihr die verschiedenen Blickwinkel bei ihrem Job als Vereinsmanagerin außerordentlich behilflich sind. Davon profitiert wiederum die Tennisabteilung – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.