Besonders erfolgreich ist die TA SV Böblingen

Ein Bericht aus der Kreiszeitung Böblinger Bote von Thomas Volkmann

Mit rund 425 Jugendlichen haben die Hallenbezirksmeisterschaften der Tennis-Jugend eine nicht erwartete Flut an Teilnehmern erfahren. Gegenüber dem Vorjahr waren 100 Jugendliche mehr am Start. Besonders erfolgreich: der Nachwuchs der TA SV Böblingen.

Feststellen lässt sich nach diesen Meisterschaften: Konkurrenz belebt auch im Tennis das Geschehen. Nach der Gebietsreform des Württembergischen Tennis-Bundes, in deren Rahmen die Stuttgarter Vereine zu den Clubs der Landkreise Böblingen und Calw zum Bezirk C zusammengefasst wurden, ist im Jugendbereich das Leistungsniveau deutlich gestiegen.

Trotz Meldeflut hat Turnierleiter und Oberschiedsrichter Horst Saller die Meisterschaften in geordneten Bahnen über die Bühne gebracht, unterstützt durch die beiden Bezirksjugendwarte Monika Knaab und Thomas Brezing sowie Helferteams aus den Vereinen vor Ort. Dass die angesetzten Spiele im Zeitplan blieben, war in den Vorrunden auch der kurzfristigen Unterstützung der Böblinger und Warmbronner Tennisabteilungen mit zusätzlichen Hallenplätzen zu verdanken. Ohne sie hätten die Kapazitäten in Sindelfingen und Maichingen für die 18 Altersklassen nicht ausgereicht.

Verglichen mit dem Vorjahr, als die Jugend des früheren Bezirks 5 noch unter sich war (damals mit Tübingen), gab es eine einzige Titelverteidigung. Gelungen ist dies Ajdin Tahirovic (TA VfL Sindelfingen) in der Königsklasse der Junioren U18, wobei sich der alte und neue Champion trotz seines satzverlustfreien Auftretens immer wieder heftiger Gegenwehr ausgesetzt sah. Chris Widmaier (TA SV Böblingen) und Sebastian Rohrbach (TA VfL Sindelfingen) hielten ihre Viertel- und Halbfinalpartien gegen den aufschlagstarken Titelverteidiger – Rohrbach stand beim Return gut drei Meter hinter der Grundlinie – lange offen und gaben sich erst mit jeweils 4:6, 4:6 geschlagen. In einer Wiederholung des Vorjahreshalbfinals bezwang Tahirovic im Endspiel den ungesetzten Dennis Seitz (TA SV Böblingen) mit 6:1, 6:2.

Ein schnell gewonnener erster Satz, das musste in manchem Fall nicht unbedingt auf ein leichtes Weiterkommen deuten. Tanja Böckle, Mutter des U16-Spielers Vitus Böckle (TC Herrenberg), meinte nach dem ersten Satz der Halbfinalbegegnung ihres Sohnes gegen Luka Eble (TA SV Böblingen), dass der konzentriert abgeschlossene 6:1-Satzgewinn noch nichts bedeuten müsse. Und tatsächlich, das Blatt wendete sich, Eble gewann den zweiten Satz 6:2 und im Match-Tiebreak 12:10. Nach diesem Coup ließ sich Luka Eble auch die Chance auf den Siegerpokal nicht mehr nehmen. Mit 6:1, 6:3 hielt er Marc Julis Kimmich (TC Doggenburg), der im anderen Halbfinale den zwei Altersklassen höher angetretenen Nic Wiedenhorn (TA SV Böblingen) besiegt hatte, nieder.

Kim Niethammer wird auch zwei Altersklassen höher Bezirksmeister

Interessant bei den Junioren U14: Zwischen Benedict Kurz (TA SV Böblingen) und Pedja Kolaric (TC Birkenfeld) kam es zu einer Neuauflage des Vorjahresfinales, wobei sich der Böblinger mit 6:3, 6:2 erfolgreich revanchierte. Mit Interesse verfolgt wurde bei den Junioren U13, wie sich der mit Jahrgang 2003 zwei Altersklassen höher und ungesetzt an den Start gegangene Kim Niethammer (TA SV Böblingen) schlagen würde. Nach deutlichen Siegen gegen die gesetzten Robert Stock (TSC Renningen) und Lorenz Heiler (TC Leonberg) bestand er gegen seinen topgesetzten Vereinskameraden Dennis Roth seine erste Bewährungsprobe. „Das war das vorweggenommene Endspiel“, schätzte Vater Gerhard Niethammer das 6:4, 6:3 ein. Joel No vom TC Weissenhof, an Nummer zwei gesetzt, forderte Niethammer im Finale aber mehr, als diesem lieb war, bis zum letzten Punkt hätte niemand den Sieger dieses spannenden U13-Finales vorhersagen können, zu dem sich letztlich Kim Niethammer gratulieren lassen durfte (5:7, 6:4, 10:8).

Mit einem nervenaufreibenden Match-Tiebreak endete auch das Finale der Juniorinnen U12, die Entscheidung für Lilly-Marie Mayer (TC Herrenberg) gegen Lina Finkbeiner (TA SV Böblingen) fiel erst beim Punkt zum 15:13. Auch Antonija Martinovic (TA SV Böblingen) bei den Juniorinnen U14 setzte sich erst im dritten Satz durch. Über den Sieg in der Königsklasse der U18 bei der weiblichen Jugend freute sich Katarina Drebka (TEC Waldau), im Finale der U16 trafen zum dritten Mal in diesem Jahr Julia Hickl (TC Weissenhof) und Sophia Zehender (TA VfL Sindelfingen) aufeinander. Trotz des Heimvorteils musste sich Zehender geschlagen geben. Weitere Siegerpokale in den Sindelfinger Tennishallen holten sich bei den Junioren U12 im Vereinsduell Lukas Schuster gegen Yannick Feihle (beide TEC Waldau Stuttgart) und David Tvrdon (TA SV Böblingen) sowie Michelle Joy Martins (TC BW Vaihingen-Rohr) bei den U11.

In der Zweifeldhalle des TC Maichingen tummelten sich die Jahrgänge 2004 und jünger im Beisein von Bezirkstrainer Genadi Mihayolov im Midcourt und Kleinfeld. Auch hier wurde großartiger Sport geboten, Fairness inklusive selbst bei engen Spielständen. So korrigierte im U9-Finale Vincent Vohl (TC Weissenhof) beim Stand von 0:4, 3:3, 40:30 seine eigene Entscheidung statt zum Spielball auf Einstand. „In diesem Alter und bei diesem Spielstand eine bemerkenswert faire Geste“, stellte Bezirksjugendwart Thomas Brezing erfreut fest. Als Sieger ging letztlich Constantin Barth (TEC Waldau Stuttgart) vom Platz.